Neue Website online

24. Februar 2011

Ich habe die letzte Zeit genutzt um die Systemische-IT-Website neu aufzusetzen. Das eigentliche Ziel war die Umstellung der technischen Plattform (weg vom selbst-implementierten Python-CMS) hin zu Joomla, um dort dann schneller Inhalte & Co pflegen zu können.

Weil ich aber gerade so in Schwung war bekam die Seite ein neues Layout und ist jetzt „irgendwie“ auch massiv umstrukturiert und erweitert worden. Da hat mich die Umstellung auf Joomla quasi inspiriert und sich dadurch gleich mehrfach bezahlt gemacht.

Der erste Wurf ist jetzt online (Korrekturlesen steht noch aus, man möge mir etwaige Schreibfehler verzeihen), ich habe aber noch ein paar Erweiterungsideen:

  • Für die Homepage/Erste Seite soll es für die jeweiligen Zielgruppen (IT’ler, Systemiker, Manager, Fachseiten) Einstiegsseiten geben, welche den Ansatz aus der jeweiligen Perspektive abbilden.
  • Ich würde gerne noch einen Bereich für Fallbeschreibungen aufbauen, in denen Beispiele für die Anwendung von „Systemischer IT“ dargestellt werden.
  • Ein Ergebnisbereich für unsere Forschungsergebnisse wäre ebenfalls sinnvoll.
  • Jeder Mitspieler im Netzwerk kann jetzt ein Login erhalten – wir können damit auch eine Differenzierung der Inhalte erreichen.
  • Durch die Registrierung können wir allen Netzwerk-Partnern die Möglichkeit eröffnen, selbst Inhalte zu erstellen.
  • Unsere Netzwerk-Partner und Teilnehmer könnten dank Joomla in einer kleinen Datenbank erfasst und verlinkt werden. Wobei die Vertraulichkeit dadurch gewährt bleibt, dass Kontaktdaten & Co z.B. nur  registrierten Mitgliedern angezeigt werden.
  • Im Bereich Links & Bücher & Co muss noch aufgeräumt werden – und ich hätte hier gerne eine möglichst vollständige und hochwertige Sammlung von Bezügen nach „draussen“. Dazu kommt eine weitere Kategorie „Presse“ in der auf aktuelle Themen oder Berichte über die Systemik verwiesen wird.

Im Kern möchte ich die Homepage als zentralen Wissen-Knoten rund um „systemische IT“ aufbauen – und die Plattform für Dritte öffnen, die – anders als Leo und Anja – keinen direkten und persönlichen Zugang zum Admin der Seite haben😉

Ich würde mich über Feedback, Inhalte und Anfragen auf Registrierung freuen😉


Updates zur systemischen IT

30. August 2010

Hallo,

seit Januar 2010 hat sich so einiges hinter den Kulissen getan, im Vordergrund eher weniger. Wir haben in 2010 noch keine Forschungsabende durchgeführt – was wohl einige unserer Teilnehmer aus 2009 schade fanden. Wir wollen die Aktivitäten gerne wieder aufgreifen, eine Wiederaufnahme der Forschungsabende wird aber noch einige Wochen benötigen.

Die Idee der systemischen IT ist nicht tot – ganz im Gegenteil, einiges aus den Impulsen der Forschungsabende wurde in die Praxis übertragen und erfolgreich ausprobiert. Aber wie das so ist – man kann halt immer nur in wenigen Spielfelder zu gleich unterwegs sein.

Andrew


3ter Forschungsabend, nächster Termin

4. November 2009

Wir haben letzten Freitag den dritten „systemischen IT“ Forschungsabend dieses Jahres durchgeführt. Alles in allem ein sehr schöner und erkenntnisreicher Abend.

Das Thema war „Einführung agiler Prozesse innerhalb einer Entwicklungsabteilung eines großen Konzerns“. Es stand dabei primär der „Konflikt“ zwischen den „neuen“ agilen Methoden und dem bewährtem „alten“ Wasserfallmodell im Vordergrund.

Die Aufstellung hat gezeigt wie sehr sich Organisationen (und deren Mitarbeiter) an dem Bewährten orientieren, selbst wenn „das Neue“ mit ersten positiven Erfahrungen verknüpft wird. Ein zweiter Aspekt war das man auch innerhalb der Agilität die Wahl hat zwischen „agil agil“ oder „unbeweglich agil“ – sprich: ob man die neue Methode strikt und ohne Anpassung an die lokalen Gegebenheiten einführt („unbeweglich agil“) – oder ob man sich eine eigene Agilität erarbeitet, d.h. die Methoden den spezifischen Bedürfnissen der Organisation anpasst.

Wir hatten 4 neue Teilnehmer welche sofort auf den Aufstellungszug mit aufgesprungen sind und mitgemacht haben. Hierfür herzlichen Dank!

Auf Wunsch der Teilnehmer haben wir für dieses Jahr noch einen letzten Systemischen-IT-Abend eingeplant: den 27. November. Einladungen gehen noch gesondert raus.

Es gibt wohl auch schon direkt Themen, die sind allerdings noch nicht benannt. Was der Schwerpunkt des Abends sein wird werde ich noch per Blog/Mail kundtun.


Zusammenfassung 1./2. Forschungsabend

7. Oktober 2009

Die Forschungsabende liegen nun mehr als zwei Wochen zurück und ich denke es wird Zeit für eine erste Zusammenfassung und Bewertung. Wobei… wo sind eigentlich die 2 1/2 Wochen geblieben? Zeit verfliegt…

Ich werde für jeden Forschungsabend einen eigenen Blog-Eintrag mit Details und Ergebnissen schreiben – zunächst einmal eine erste Gesamtbewertung aus der Vogelperspektive…

Zunächst einmal möchte ich (ebenso wie Anja und Leo) mich aber bei allen Teilnehmern bedanken. Ohne Euch hätte es nicht funktioniert, und ich möchte insbesondere für Eure Offenheit, Eure Experimentierfreunde und (ganz wichtig!) Eure Geduld Danke sagen.

Wie immer bei solchen Forschungsaktivitäten geht es am Anfang etwas holprig. Ich hoffe, dass wir als Organisatoren mit der Zeit insgesamt flüssiger werden – auch wenn es darum geht Neues auszuprobieren. Oder anders formuliert: auch das Neue ausprobieren kann geübt werden…

Der erste Abend lag vom Ansatz näher an den „klassischen“ Ansätzen der Organisationsberatung (es gibt ein Thema, einen Anliegenbringer, es wird eine Aufstellung durchgeführt etc). Es wurde das Format „Projektscope abklären“ anhand eine echten Falls ausprobiert – und das mit Erfolg.

Der zweite Abend stand unter der Prämisse „mal ganz was Experimentelles“. Hier stand die Idee des „visuellen Denkens“ im Vordergrund. Es geht dabei darum, die Elemente der Aufstellung dazu zu nutzen, die Intelligenz der Gruppe anzuzapfen („swarm intelligence“) und im Team zu besseren Lösungen zu kommen. Dieses visuelle Denken soll z.B. bei der Entwicklung von Objekt- oder Datenmodellen zum Einsatz kommen.

Das hat nicht ganz so gut funktioniert wie beim ersten Abend, was aber z.T. daran lag, dass keiner der Teilnehmer eine „echte“ technische Fragestellung mitgebracht hat. Ich habe dann ersatzweise ein technisches Thema aus meiner Themenkiste herausgeholt. Der Verlauf der Aufstellung war aber etwas zähflüssig und mühsam – da ich zugleich Aufsteller als auch derjenige mit dem inhaltlichen Thema sowie der „Erfinder“ des Aufstellungsformats war, ist das jetzt aber auch nicht überraschend. Ich war *leicht* überfordert…😉

Die Kernidee – das Anzapfen der Gruppenintelligenz – hat aber funktioniert. Es war spannend zu erkennen dass man die Selbstorganisationsfähigkeit einer Gruppe – und damit die Gruppenintelligenz – so leicht anzapfen und anregen kann.

Zusammengefaßt lässt sich sagen, dass die Idee der Anwendung der systemischen Ansätze auf IT-Themen an beiden Abenden funktioniert hat.

Wir als Organisatoren sind daher sehr zufrieden mit den Abenden und Erkenntnissen und haben schon den nächsten Termin für den Oktober geplant: 30. Oktober 2009.


Neuer Namen, neue Termine

20. August 2009

Nach meiner Rückkehr aus USA sind nun inzwischen fast 4 Wochen vergangen – und nach 7 Wochen „Famile pur“ hats auch ein bisschen gedauert bis ich wieder im Tritt war in meinen deutschen Bahnen…

Vor meiner Abreise hat sich noch eine weitere Mitstreiterin gefunden, über die ich noch nicht berichtet habe: Anja Müller, wandelbar Unternehmensberatung, Köln.

Sie ist ebenfalls eine „systemische IT’lerin“ – sie hat Wurzeln in der IT, aber inzwischen auch langjährige Erfahrungen als Beraterin und Coachin.

Willkommen im Team!

Die Institutsarbeit kommt nun – auch dank Anja und ihrem unermüdlichen Einsatz – wieder mit großen Schritten voran.

Nach meiner Rückkehr war dann natürlich eines der Themen: in welchem Bezug steht Anja zum Institut? Mitglied? Gibt es sowas wie Mitgliedschaft überhaupt in unserem experimentellen Umfeld? Was grenzt das Institut von den anderen systemischen IT’lern ab?

Letztlich sind wir zur Überzeugung gekommen: das „Institut“ erzeugt eine künstliche Grenze die wir (Leo und ich) eigentlich gar nicht haben wollten (wer ist „drin“ und wer ist „draussen“?)

Und der Begriff „Institut“ schafft eine Erwartungshaltung die wir ggf. gar nicht erfüllen können – nämlich das die Leitung für alle Aktivitäten verantwortlich ist und diese zu steuern hat. Was wir gar nicht so sehen – wir wollen forschen und experimentieren und eher weniger „managen“…

Von daher haben wir uns entschlossen das Institut in ein Netzwerk umzuwandeln… was in unserer Wahrnehmung auch deutlich besser zum systemischen Gedanken passt.

Unabhängig davon gehen die Vorbereitungen für die nächsten beiden Termine (11.9. sowie 18.9.) in die letzten Vorbereitungen. Wir feilen noch an der Einladung die aber Anfang der Woche finalisiert sein dürfte.

Wir haben schon eine Reihe von angemeldeten Gästen und freuen uns natürlich über jede weitere Anmeldung.

Die Veranstaltung findet in Köln statt – mehr Details auf der Netzwerk-Website.

Andrew Smart


Tunnelblick

24. Januar 2009

Mir ist vorhin beim Aufräumen eine alte Ausgabe von Brand Eins ( 03 / 2008 ) in die Hände gefallen: „Leben in Echtzeit“. Das war eine der Ausgaben, die mich als Multitasker natürlich schon damals sehr interessiert hat. Ich bin aber wohl nicht durch alle Artikel gekommen – „Augenblicke der Freiheit“ (S.117) hatte ich nicht mehr in Erinnerung.

Es geht in diesem Artikel um die Frage wann es richtig oder falsch ist, zu zögern – oder rein intuitiv zu entscheiden. Vor allem in Krisensituationen und in komplexen Zusammenhängen.

Ein Absatz hat mich dann nochmals gepackt. Es geht dabei um den Tunnelblick, und ein Experte für Unfallforschung wird zitiert: „… Und je komplexer eine Handlung, desto größer die Wahrscheinlichkeit, sich auf das falsche Thema zu fokussieren.“ (S. 121)

Hier machte dann mein Hirn einen assoziativen Rittberger – kommt schonmal vor – und ich habe diesen Gedanken auf ein Unternehmen als Ganzen angewendet. Und ich habe meine persönlichen Erfahrungen Revue passieren lassen, wie Projekte oder ganze IT-Abteilungen auf von aussen induzierten Stress reagiert haben – z.B. der Entscheidung des obersten Managements, die IT zu großen Teilen auszulagern.

Da hab ich mir gedacht: auch soziale Organisationen – Firmen, Abteilungen, Projekte, Teams – können als Ganzes einen Tunnelblick entwickeln. Und je komplexer die vom Stress betroffenen Strukturen sind, umso wahrscheinlicher ist es, dass man in die falsche Richtung läuft. Wichtige Dinge übersieht. Vernunft in die Ablage packt und im Tunnel dem hellen Licht entgegenläuft, egal obs nun ein entgegenkommender Zug ist oder tatsächlich der Ausgang.

Ich finde hier ein paar spannende gedankliche Ansätze… wie kann man erkennen, dass eine Organisation im Modus „Tunnelblick“ ist – und wie kann man der Organisation diese Erkenntnis erkenntlich machen? … welche Instanzen braucht es in einer Organisation um Tunnelblick zu verhindern – oder zumindest in die richtige Richtung zu lenken? Inwieweit reflektiert sich dieser gedankliche Ansatz im digitalen Teil des Gesamtsystems Unternehmen? Gibt es einen „IT-Tunnelblick“… Was passiert wenn der Umwelt-Stress beim menschlich/organisatorischen Teil des Unternehmens einen Tunnelblick verursacht – und im „Subsystem“ der IT der gleiche Stress einen anderen?

Weiter unten im Artikel wird das Phänomen „Tunnelblick“ auch auf andere Verursacher bezogen – „… könnten emotionale Konflikte, Überforderung, und zu große Komplexität auslösen.“

Eine gewagte Analogie: eine überkomplexe IT- und Anwendungslandschaft versetzt das Unternehmen (wahlweise die IT-Abteilung) in einen permanenten Tunnelblick!

Obwohl… das könnte ich mit persönlichen Erfahrungen durchaus korrellieren…

Na das gibt noch so einiges an gedanklichem Futter für die nächsten Blog-Einträge und Forschungsabende…


Der Workflow führt die Führung vor…

17. Januar 2009

Im Rahmen meiner Architekturtätigkeit beschäftige ich mich intensiver mit „BPM“ – Business Process Management. Die technischen Details erspare ich euch jetzt mal… Im Kern geht es darum das sämtliche Aktivitäten im Unternehmen über Workflow-Systeme abgebildet werden.

Als die Tage vor dem obligatorischen Espresso saß und über die (systemische) Wirkung von BPM sinnierte ist mir ein interessanter Gedanke gekommen: mal angenommen alle wesentlichen Aktivitäten der Firma, der Abteilungen, der Gruppen und Teams sind über ein BPM-System/Workflows realisiert: wer hat dann eigentlich die Führung? Ich meine „Führung“ im Sinne von „ich als Leiter dieses Team entscheide darüber wer im Prinzip wann was macht. Ich delegiere, ich steuere, ich behandle Eskalationen“. Damit inbegriffen: die innere Sicht des Managers, sein Selbstverständis von sich und dem Begriff „Führung“.

All das, was man als Chef früher tun musste, werden bei einer vollwertigen Workflow-Unterstützung durch das BPM gesteuert. Das BPM entscheidet wann ein Vorgang eskaliert wird. Das BPM entscheidet wer wann welche Tätigkeiten zugeordnet bekommt. Nur das BPM hat einen vollständigen Überblick über alle Aktivitäten – die Mitarbeiter reden nicht mehr mit ihrem Chef darüber den Vorgang X erstmal beseite zu legen um auf ein Feedback zu warten. Das wird direkt im BPM – System hinterlegt.

Der Chef hat natürlich einen eigenen Zugang zum BPM-System – er kann (oder darf?) Parameter einstellen, die zur Steuerung der Mitarbeiter dienen, er kann in jeden Vorgang Einsicht nehmen, Statistiken abrufen, Vorgänge zuweisen und er muss natürlich auch die Vorgänge abarbeiten, die die Mitarbeiter eskalieren lassen. Klingt fast wie ein einfacher Mitarbeiter mit einer speziellen Rolle und daraus abgeleiteten Rechten…  Und für das BPM-System ist das genau so…

Der (systemische) Punkt für mich ist: wieviel „Chef“ bleibt vom Chef übrig? Ist die Einführung einer übergeordneten, steuernden Instanz nicht auch implizit eine Degradierung von der herkömmlichen Rolle eines „Chefs“?

Aus der Perspektive der IT-Abteilung ist dieser Gesichtspunkt ggf. relevant: je nach Unternehmenskultur und dem damit verbundenen Führungsverständnis des Managements kann die Einführung eines BPM-Systems als Angriff auf die Selbstbehauptung des Managements sein. Es kann gewisse Widerstände im Unternehmen gegen Workflows & Co erklären, oder auch erklären warum die erwarteten Benefits eine Workflow-Systems sich nicht heben lassen… weil die Mitarbeiter (oder das Management) das System aufgezwungen bekommen und es nun – ggf. unterbewusst – torpedieren…

Es gibt noch einen zweiten Aspekt: wer beherrscht das BPM-System im Sinne von Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen? Die IT – wer sonst? Sollte sich ein Abteilungsleiter dazu entscheiden seine Mitarbeiter-/Teamorganisation anders aufzusetzen, und er braucht dafür neue Regeln (weil sonst das BPM nicht entsprechend angepasst werden kann) dann muss er zur IT-Abteilung gehen.

Ein Gang nach Canossa weil man vergessen hat im letzten Projekt die anstehende Reorganisation mit einzuplanen?

Früher hat man die IT nur benötigt wenns um Funktionalitäten geht. Heute muss man selbst dann die IT belästigen (oder bitten) wenn man die Art und Weise, wie die Mannschaften aufgestellten werden, verändern will. Ist das nicht das letzte große freie Betätigungsfeld des Managements, dort wo es sich „beweisen“ kann: Teams und Gruppen optimal an geänderte Geschäftsbedingungen anzupassen? Ist es nicht ein massiver Eingriff ins Selbstverständnis eines echten Managers wenn er selbst das nicht mehr ohne IT-Anpassungen vornehmen kann?

Wer führt eigentlich – das Workflowsystem oder das Management?