Vision und Idee der „systemischen IT“

Frohes neues Jahr all unseren Lesern & Kontakten!

Nach der Feiertagspause habe ich einen kleinen Ausflug in die Welt der Businessplanwettbewerbe gemacht und eine Idee in den Wettbewerb geworfen die viel mit IT-Projekten, Kommunikation in denselben und natürlich systemischen Aspekten zu tun hat. Mal sehen wie gut die Idee in der ersten Runde ankommt. Ich verrate auch zum Schluß des Wettbewerbs worum es bei dieser Idee genau geht.

Nicht das ich nichts zu tun hätte – nur ist meine Schublade ist voller Ideen, und der Wettbewerb ist eine gute Möglichkeit mal eine liebgewordene und schon länger gepflegte Idee rauszukramen und von einem kompetenten Gremium bewerten zu lassen.

Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben.

Wir haben viel positives Feedback zu unserer Seite und unserer Idee erhalten, und es haben sich bereits interessante Kontakte ergeben zu Personen und Organisationen die wohl in einem ähnlichen Umfeld unterwegs sind. Das freut uns natürlich außerordentlich – wir stehen nicht alleine auf weiter Flur.

Wir wurden natürlich auch befragt was denn unsere Vision sei und was wir genau bezwecken möchten. Ich denke es macht Sinn wenn ich auf diese Fragen im Blog eingehe…

Leo und ich sind beide erfahrene systemische Aufsteller, wobei er natürlich bei weitem mehr Erfahrung hat – ich bin „erst“ 2000 auf die Systemik gekommen. Wir kennen die Methode gut, der Denkansatz ist überzeugend, und die Effektivität unbestritten. Wir arbeiten ja nicht im luftleeren Raum – die Aufstellungsmethode ist längst ver- und erprobt, es gibt reihenweise Ausbildungen, es gibt Berufsverbände und natürlich auch etliche Guru’s.

In der IT ist weder der gedankliche Ansatz der Systemik noch die Methode bekannt oder verbreitet. Nungut, die IT-Welt ist von jeher eher der Technik als dem Menschen zugewendet. Von daher verwundert es auch nicht das Methoden, die einen hohen Anteil an menschlicher Interaktion erfordern, nicht sofort aufgegriffen werden.

Ich sehe aber dennoch einige Gründe warum diese beiden Welten sehr gut zueinanderpassen.

Zum einen das Systemverständnis: einem IT’ler muss man nicht mehr viel über Feedbackschleifen/Rückkopplungen erzählen, und auch nicht über die Sicht auf das „Gesamtsystem“: das ist quasi das täglich Brot in der IT. Da gibt es nicht viele Hürden zu überwinden, um aus einem IT’ler einen Systemiker zu machen, weil sie es im Grunde schon längst sind.

Wenn man sich die modernen IT-Entwicklungsmethoden wie agile Softwareentwicklung anschaut, stellt man fest das das Kommunikationsthema ebenfalls schon längst in der IT angekommen ist. Ein Beispiel: im Buch „Agile Softwareentwicklung“ beschreibt Alistair Cockburn unter „Teams als Ökosystem“: Ein Softwareprojekt erzeugt ein kleines Ökosystem, das aus Persönlichkeiten unterschiedlicher Kulturen besteht. … Jede Position und jeder Mitarbeiter beeinflussen sich gegenseitig. … Die Mitarbeiter der Teams werden ihre Konventionen natürlich im Laufe der Zeit, periodisch oder sobald ein wichtige (sic!) Ereignis ihr Ökosystem trifft, erneut betrachten und korrigieren (…).

Das ist Systemik pur – in einem Buch das sich mit Softwareentwicklung beschäftigt. Es gibt inzwischen auch eine zunehmende Zahl von IT-Führungskräften die in diesem Kontext ebenfalls Erfahrungen gesammelt hat.

Die Vision des Instituts ist es, die Potentiale des systemischen Ansatzes inkl. des dazugehörigen Methodenkoffers für die IT nutzbar zu machen. Primär wird das über Forschungsabende realisiert in der IT’ler & Systemiker an echten Themen ausprobieren. Was übrigens bei weitem weniger experimentell klingt als es ist: unser Partner S.O.U.L. hat die Aufstellungsmethode bereits erfolgreich auf diverse Spezialthemen „angepasst“. Die Methode hat halt einfache eine universelle Qualität.

Ich bin mir sicher das wir im Laufe des Jahres 2008 einen guten Schwung bekommen werden und schon sehr bald konkrete Ergebnisse vorweisen können.

Andrew Smart

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